Gebrauchshundeprüfung

Gebrauchshundeprüfung:

Eine Gebrauchshundeprüfung ist eine Arbeitsprüfung für Hunde in der Fédération Cynologique Internationale (FCI) und ihren Mitgliedsorganisationen.

Ab 01.01.2012 gilt für den Schäferhundverein (SV) eine neue Prüfungsordnung, die international innerhalb der FCI einheitlich geliedert ist. Aus den Bezeichnungen SchH 1-3 (Schutzhundeprüfung) wurde jetzt IPO 1-3 (Internationale Prüfungsordnung). Die IPO wird durch einen Leistungsrichter abgenommen.

Die Internationale Prüfungsordnung gliedert sich in drei Abteilungen

  • Abteilung A: Fährte / Spur
  • Abteilung B: Unterordnung / Gehorsam
  • Abteilung C: Schutzdienst / Verteidigung

Abteilung A: Fährte / Spur

Bei der Fährte legt der Fährtenleger eine Spur auf einem entsprechendem Gelände (Wiese, Acker, etc.)  ab. Dabei werden sogenannte Gegenstände (Holz, Filz, Leder, usw. Größe: 5 x 1 x 0,5 cm) vom Fährtenleger auf der Fährte abgelegt. Nach einer bestimmten Zeit (20 min bis 3 Stunden – abhängig vom Ausbildungstand) wird der Hunde vom Hundeführer am Ansatz der Fährte angelegt und in einem Abstand von 10 m vom Hundeführer gehalten. Der Hund muss dabei mit „ruhiger“ Nase die Fährte absuchen und die hinterlassen Gegenstände entweder verweisen oder aufnehmen.

Definition Eigenfährte / Fremdfährte: Wie man schon erahnen kann, handelt es sich bei der Eigenfährte um die Spur des Hundeführers und bei der Fremdfährte um die Spur von einer Fremden Person die am Prüfungstag für die entsprechende Fährtenlegung ernannt wurde.

 

 

Abteilung B: Unterordnung / Gehorsam

In der Abteilung B werden dem Hund vom Hundeführer entsprechende Kommandos gegeben. Diese hat der Hund zügig und korrekt auszuführen.

  • Fuß, Sitz, Platz, Sitz aus der Bewegung, Platz aus der Bewegung, Hier, Bring, etc.
Neben der korrekten Ausführungsweise sollte der Hund freudig und aufmerksam dem Hundeführer folgen. In dieser Abteilung kommt es vor allem auf den Grundgehorsam an. Ist dieser gegeben, so wird der Hund die Kommandos zügig, korrekt und freudig ausführen.

 

Abteilung C: Schutzdienst / Verteidigung

Schutzdienst, die Königsdisziplin der Hundearbeit, ist kein Selbstzweck und soll auch nicht nur dazu dienen, bestimmte Aufgaben mit Hilfe eines Tiers zu erledigen. Schutzdienst ist auch eine der Grundvoraussetzungen für die Erhaltung der Rasse in ihrer bisherigen Qualität. Dabei stellen weder die Ausbildung noch der Sport selbst eine Gefahr für andere dar. Eher ist das Gegenteil richtig: Gerade der sportlich aktive, im Schutzdienst sichere und energische Hund zeigt sich Menschen gegenüber als gutartig und friedlich. Er kann sich im Schutzdienst-Sport austoben – und genau das schafft die Ausgeglichenheit, die von dem Tier gefordert wird.

Die Voraussetzung einer gezielten Schutzhundausbildung beruht deshalb immer auf dem inneren Zusammenhang zwischen Triebveranlagung, Belastbarkeit und Selbstsicherheit. Eine wichtige Rolle spielt dabei die ererbte Freude an der Auseinandersetzung, nicht zu verwechseln mit Aggression und Schärfe. Belastbarkeit, die andere Voraussetzung, setzt physische Robustheit voraus, Gesundheit und damit auch die körperliche Fähigkeit zu Leistung. Als Selbstsicherheit werden die Fähigkeit und der Wille, auch in kritischen und gefährlichen Situationen zu helfen, gewertet. Sind diese Eigenschaften in einem Junghund erkannt, eignet er sich voraussichtlich für eine Schutzhundausbildung – vorausgesetzt, auch seine Belastbarkeit erlaubt das anstrengende Training. All das richtig einzuschätzen, ist Aufgabe und Leistung des Besitzers und Ausbilders.

Ausbildung zum Schutzhund – das ist für viele Hundesportler die Krönung ihres Zusammenlebens mit dem Tier an ihrer Seite. Hier kann der Hund mehr als Kunststückchen machen, ist ein anderer als nur der amüsante Begleiter, nicht nur ein daneben lebendes Stück Naturersatz. Schutzhunde sind beste Familienmitglieder aus eigenem Wollen und mit eigenem Urteilsvermögen.