Unsere Geschichte

Die Entstehung der OG Amberg 58 e. V.

Ein Schäferhundeverein, dessen Vierbeiner ernsthaft Arbeit leisten sollen, steht und fällt mit dem Übungsplatz. Da man noch im Gründungsjahr 1958 einen starken Mitgliederzuwuchs verzeichnen konnte, wurde gerade diese Frage zu einem brennenden Problem. Die Brauerei Bruckmüller bot der jungen OG nicht nur mit ihrem Nebenzimmer einen Versammlungsraum, sondern auch ein Gelände am Rohrweiherweg (Nähe Bayreuther Straße), das sie dank des gemeinschaftlichen Einsatzes der begeisterten Sportkameraden in kürzester Zeit zu einem Übungsplatz nebst Schutzhütte ausbaute.

 

Man war sich aber klar, dass dies nur eine Übergangslösung sein konnte, denn es fehlten die räumliche Tiefe und jegliche Möglichkeit zur Fährtenarbeit. Nachdem mit Sicherheit feststand, es werde in Amberg immer zwei Ortsgruppen geben und mit Kündigung seitens der Brauerei gerechnet werden musste, machte sich zwei Ortsgruppen 1. Vorstand Willi Leitner ernsthaft auf die Suche nach einem neuen Trainingsterrain. 1963 fiel seine Wahl auf einen Platz rechts vom Schützenheim „Am Kugelfang“ oberhalb der Wälle, das von Wald bzw. Grünflächen umgeben war und bis zur Schwesternwiese reichte. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Städtischen Bauamt, dem Grundstücksamt, dem Amt für öffentliche Ordnung und der Stadtförsterei gelangen dem 1. Vorstand und Sportkamerad Hans Grabinger der Abschluss einen Pachtvertrages. Heimbaues, und noch im selben Jahr wurden bis zum Frosteinbruch Erdarbeiten durchgeführt. Dagegen gab es ernsthafte Schwierigkeiten mit dem Bauen selbst, weil die städtischen Stellen zweimal die Baupläne ablehnten und nur eine Blockhütte genehmigen wollten. Erst ein persönliches Gespräch von Willi Leitner und Hans Grabinger mit Oberbürgermeister Dr. Steininger ermöglichte die Bauausführung in der heutigen Form. Da aber zum Zeitpunkt der endgültigen Genehmigung im Frühjahr 1964 sich bereits die Wiesen begrünten, hagelte es Protestbriefe seitens der umliegenden Landwirte, so dass man das Baumaterial nicht mehr anfahren konnte, sondern Hunderte von Metern mit Schubkarren herschleppen sowie auch den Erdaushub ohne maschinelle Hilfe durchführen musste.

 

In einmaliger Kameradschaft standen Achtundfünfziger wie ein Mann zusammen. Die besondere Baulast trugen Willi Emmert, Roman Bibrich und Heiner Hambeck. Kaum geringer sich die Verdienste der weiteren Helfer Johann Baumer, Hans Grabinger, Willi Götz, Josef und Karl Hambeck, Horst Hentze, Dr. Gottfried Keller, Johann Leitner sen. mit seinen Söhnen Fritz, Johann, Josef und Willi, Erwin Plüschke, Herrmann Rösch, Alfons Säckler, Georg Scharrer, Johann Schertler, Konrad Stöckert, Georg Wachter sowie Andreas Wagner. Selbst Nichtmitglieder wie Herr Albert Jäger, Siegfried Leitner, Hans Messer und die Gebr. Wolf haben als Freunde von Fritz Leitner unermüdlich mitgeholfen, während die Stadt, der Landkreis, die Kreissparkasse sowie eine Reihe Amberger Firmen die OG Amberg 58 mit Geld- und Sachspenden tatkräftig unterstützten. Rund 2500 freiwillige Arbeitsstunden waren zu leisten, bis das Heim, das etwa 50 Personen Platz bietet, stand und wohnlich eingerichtet worden war. Mitte Oktober des Jahres 64 konnte 1. Vorstand Willi Leitner mit einer Festrede die inoffizielle Einweihung vornehmen und im November die 1. Monatsversammlung abhalten; außerdem war es ihm gelungen, weiteres Gelände unmittelbar am Vereinsheim anzupachten, so dass nun ein Übungsplatz von rund 2 1/2 Tagwerk für die Ausbildung der Turnierhunde zur Verfügung steht, der sich von der Gartenanlage „Am Anger“ bis zum Wald erstreckt. Vor Wintereinbruch werden auch noch die Außenarbeiten und der Fassadenanstrich fertiggestellt. Allerdings lebten die Achtundfünfziger sozusagen auf einer Insel, denn es gab keinen Zufahrtsweg. Nicht nur das die Autos rund einen halben Kilometer oberhalb des Platzes stehen bleiben mussten, jede Kanne Öl, jeder Kanister Wasser (und natürlich auch das Bier) waren auf beschwerlichem Fußmarsch, z. T. durch sumpfiger Gelände herzuschleppen. Im Mai 1964 erteilte schließlich die Stadt eine Genehmigung für einen eigenen Zufahrtsweg durch den Wald. Wiederum gab es ein schweres Stück Arbeit, denn es mussten Bäume gefällt, erhebliche Erdbewegungen durchgeführt und schließlich der Weg aufgeschüttet und geebnet werden. Freundlicherweise bot selbst die Bundeswehr ihre Mitarbeit an, und die Luitpoldhütte stiftete zehn LKW Schlackensand.

 

Wer meinte, jetzt sei es geschafft, irrte sich gewaltig, denn das Vereinsgelände glich auf Jahre hinaus einer Baustelle, weil sich immer neue Bedürfnisse einstellten: Man brauchte einen Geräteschuppen, Toiletten und eine Treppe zum Gelände oberhalb des Heimes. Außerdem stellte die Propangasbeleuchtung keine befriedigende Lösung das. Vorstand Horst Hentze betrieb deshalb den Anschluss des Hauses an das Stromnetz. Mit Hilfe des fachkundigen Sportkameraden Kneubl ein einsatzbereiter Mitglieder wurde im Sommer 1970 vom Schützenheim aus eine Starkstromleitung zum OG-Heim gelegt, was natürlich Anlass bot, ein Lichtfest zu halten. 1971 erhielt das Heim einen Garderobeanbau nebst einem Geräteschuppen mit Toiletten sowie im Jahr darauf ein neues Dach. Zum Licht brachte die Aera Werner Kasper dann das Wasser. Wiederum war ein Graben mehrere hundert Meter durch den Wald zu ziehen, der trotz Einsatz eines Baggers, dessen kosten großzügigerweise Rolf Mauel übernahm, den Mitgliedern schwer zu schaffen machte. Die Installation selbst besorgten im wesentlichen Hans Amann und Karl Müllner, während die Familie Lehner und besonders Paul Zibik die Materialkosten bestritten. Im Zuge dieser Arbeiten wurde von Herrn Georg Singer der Kelleraufgang überdacht, mit Betontreppen versehen und Winterfest gemacht. Im Juni 1974 stattete die Brauerei Winkler das Heim mit neuem Mobiliar aus, und Sportkamerad Pepp Obermaier hängte andere Lampen auf. Frau Klinger stiftete neue Gardinen, die Frau Garbor nähte und Hans Garbor fertigte schmiedeeiserne Vorhangstangen dazu. Ferner überzogen Annemarie Kasper und Renate Klinger die Bänke und Stühle mit rot-weiß-karierten Sitzkissen. Da Frau Maria Grabinger die Hüttenbewirtschaftung, die sie über ein Jahrzehnt besogt hatte, allmählich zuviel geworden war, meldeten sich ab November die Ehepaare Heindl, Kaspar, Kellner Kellner, Klinger, Obermaier, Rösch und Pirke zu wöchentlich wechselndem Küchendienst. Später beteiligten sich auch Andrea Kaspar, Rolf Mauel und Rudi Scheuerer. Um das Haus selbst wurde Granulat aufgeschüttet, und Herrmann Rösch putze die Türen und Fenster neu ein. Aus Anlass der Fahnenweihe strich Dr. Heinrich Klinger zusammen mit Paul Pirke im Frühjahr 1975 den Fahnenmasten sowie die Fensterläden, die Hans Lippert wegen wiederholter Einbrüche aus Riffelblech angefertigt hatte, in den Vereinsfarben grün/schwarz und bemalte die Tür mit einem Hundewappen.

 

Im September verlegte Platzwart Paul Pirke den Zugang zum Heim mit Waschbeton, da die von Paul Zibik gestifteten und von Hans Kapperer eingesetzten Marmorplatten verwittert waren, und renovierte die ehemals von Erwin Plüscke aufgestellte Sitzgruppe unter den Bäumen, wogegen seine Frau Betty freiwillig den wöchentlichen Heimputz besorgt. Nach einer Serie von Einbrüchen mit zum Teil beträchtlichem Sachschaden, gelang es Hand Lippert, das Heim zu sichern. In der, Faschings- und Adventszeit obliegt dem Platzwart außerdem die Ausschmückung des OG-Heimes für Faschingsball und Nikolausfeier. Im Frühjahr 77 wurde der Platz im Stadtbereich für die Gäste neue ausgeschildert, und Hermann Rösch unterzog die Außenfassade einer gründlichen Renovierung. Auch der Kelleraufgang erhielt eine neue Türe. Desgleichen reparierte Hans Lippert die Vereinsgeräte und arbeitet die Kletterwand entsprechend den neuen Bestimmungen um.